Alle emotionalen Lernerfahrungen unseres Lebens sind in unserem Gehirn gespeichert. Dies ist wichtig, um später im Leben in ähnlichen Situationen schneller reagieren zu können und um die Wiederholung unangenehmer Erfahrungen vermeiden zu können sowie angenehme Erfahrungen wieder zu erleben. Um Nutzen aus unseren gespeicherten Erfahrungen zu ziehen, scannt unser Gehirn permanent alles, was wir gerade erleben, darauf ab, ob wir eine ähnliche Situation bereits einmal erlebt haben. Falls unsere aktuelle Situation dann Ähnlichkeiten mit einem Erlebnis aus der Vergangenheit aufweist, dann tendieren wir dazu, dieselben alten Gefühle für die Bewertung der aktuellen Situation wieder zu aktivieren. Die Erinnerung an die alte Situation kann dabei bewusst aber auch völlig unbewusst ablaufen. Wenn wir uns in einer Situation des alltäglichen Lebens also inadäquat und gestresst fühlen, dann hängt dies häufig damit zusammen, dass wir auf unbewusster Ebene alte Gefühle mit uns herumschleppen. Ein Beispiel dafür könnte ein Chef sein, der sich im Gespräch mit seinen Mitarbeitern permanent angegriffen fühlt. Oder jemand, der sich unter Menschen ohne Grund klein und bedroht fühlt, sogar unter Freunden. Oder ein Student, der vor einer Prüfung Schweißausbrüche hat.

Befreien Sie sich von altem Ballast!

Persönlicher Friedensprozess mit EFT Das Beruhigende ist: Einmal Erlebtes muss nicht für immer belastend bleiben. Wir sind in der Lage, unsere emotionale Bewertung vergangener Erlebnisse zu verändern. Eine riesige Unterstützung dabei kann eine Psychotherapie- und Selbsthilfemethode namens EFT (Emotional Freedom Techniques) sein. Das ist eine Technik, mit Hilfe derer sich Emotionen durch das Klopfen auf Akupunkturpunkten neutralisieren lassen. Dadurch kann EFT beispielsweise sehr effektiv in der Traumatherapie oder in der Angsttherapie eingesetzt werden. Eine weitere Entwicklung aus dem EFT ist der sogenannte persönliche Friedensprozess, welchen ich auf dieser Seite vorstellen möchte.

Die Idee im persönlichen Friedensprozess ist es, möglichst viele belastende Erlebnisse der Vergangenheit mit Hilfe von EFT zu neutralisieren und so Ballast abzuwerfen. Je weniger belastende Erfahrungen ein Mensch mit sich herumschleppt, desto seltener wird er im Leben belastende Gefühle von früheren Zeiten aktivieren und desto freier wird er sich folglich fühlen.

Konkretes Vorgehen

Im Folgenden werde ich Ihnen erklären, wie Sie den persönlichen Friedensprozess an sich selbst durchführen können.

Schritt 1: Friedensliste erstellen

Im ersten Schritt erstellen Sie sich eine Friedensliste. Das kann zum Beispiel in Excel geschehen, oder aber in einem persönlichen Buch etc. Wichtig ist, dass Sie zwei Spalten hat: In der ersten Spalte tragen Sie mindestens 50 ganz konkrete Situationen Ihres Lebens ein, welche Sie heute noch belasten, wenn Sie intensiv daran denken würden. Am Besten Ihre schlimmsten Erinnerungen, Erinnerungen, die Sie lieber nicht hätten! In der zweiten Spalte tragen Sie einen Wert zwischen 0 und 10 ein, wobei 0 bedeutet, dass das Erlebnis Sie inzwischen völlig kalt lässt, 10 hingegen ist die maximale Intensität emotionalen Stresses. Bitte achten Sie darauf, dass Sie in jeder Zeile wirklich ein ganz konkretes Erlebnis eintragen. “Mein Vater schlug mich immer als Kind” ist KEIN konkretes Erlebnis. Fragen Sie sich: Wann hat er das getan? Welche konkreten Bilder und Erinnerungen habe ich dazu?

Konkretes Erlebnis Belastungswert
Mein Vater schlug mich in der Küche, als ich einen Teller fallen ließ 5
Der Hund meines Opas biss mich ins Knie 10
Ich war allein zuhause, während Mama mit ihrer Freundin essen war 7

 
Nachdem Sie die Friedensliste erstellt haben, sortieren Sie diese nach der Intensität der Erlebnisse. Ich schlage Ihnen vor, alle 10er-Erlebnisse zuerst, dann alle 9er, etc. aufzulisten. Prinzipiell könnten Sie mit jedem beliebigen Erlebnis anfangen, dieses aufzulösen, ich rate Ihnen jedoch dazu, sich immer mit dem Erlebnis mit der höchsten Zahl zu beschäftigen.

Schritt 2: Neutralisierung der einzelnen Erlebnisse

Die im vorherigen Schritt erstellten Situationen werden nun der Reihe nach mit EFT bearbeitet. Sie können dabei die EFT-Anleitung meiner Webseite verwenden. Nehmen Sie jeweils das in der Liste am höchsten bewertete Ereignis vor und klopfen dieses, bis es auf 0 ist. Das bedeutet, dass sie selbst bei intensiver Vorstellung des gesamten Erlebnisses von Anfang bis Ende keinerlei körperliche oder emotionale Anzeichen von Stress erleben. Das kann manchmal wenige Minuten dauern, es kann aber auch Stunden oder Tage dauern. Nehmen Sie sich so viel Zeit, bis Sie es wirklich neutralisiert haben. Erst dann springen Sie zu dem nächsten Erlebnis in der Liste, um dieses zu bearbeiten.

Welche Änderungen kann ich erwarten?

Mit größter Wahrscheinlichkeit werden Sie entspannter und gelassener werden. Sie werden ruhiger in Situationen reagieren, die Sie zum jetzigen Zeitpunkt noch stressen. Situationen, die Sie an frühere “Katastrophenerlebnisse” erinnern, aktivieren nicht mehr die alten Gefühle von damals. Ich habe den persönlichen Friedensprozess an mir selbst angewandt. Nachdem ich ein paar wichtige Erlebnisse aus meiner Schulzeit beklopft und auf diese Weise neutralisiert hatte, veränderten sich plötzlich meine Träume radikal. Die bis dahin extrem häufig vorgekommenen Verfolgungsträume sind praktisch verschwunden. Meine Träume wurden viel ruhiger und angenehmer.

Übrigens: In vielen Fällen geschieht im Laufe des Prozesses eine Art von Generalisierungseffekt: Angenommen, Ihr Vater hat Sie fast jeden Tag geschlagen. Dann müssen Sie natürlich nicht jede einzelne Situation klopfen, in der das geschehen ist. Es ist meist so, dass nach einigen aufgelösten Situationen die emotionale Belastung sehr ähnlicher Situationen sich ebenfalls aufgelöst hat.

Wenn Sie Unterstützung brauchen

Es kann gerade am Anfang wichtig sein, dass ein mit der Methode erfahrener Therapeut Sie auf diesem Friedensprozess begleitet. Ich unterstütze Sie gerne, indem ich Ihnen die Methode EFT beibringe und wir die Friedenliste zusammen erstellen. Nachdem Sie mit meiner Hilfe die ersten wichtigen Situationen neutralisiert haben, sollten Sie im Normalfall in der Lage sein, den Prozess in Eigenregie fortzusetzen.